Immer wieder kommt es auf deutschen Straßen zu schweren Verkehrsunfällen in Folge von zu geringem Abstand. Um dies zu verhindern sieht der Bußgeldkatalog empfindliche Strafen für die Nicht-Einhaltung des Mindestabstands vor.

Da mit steigender Geschwindigkeit der Bremsweg eines Fahrzeugs sich um ein Vielfaches verlängert, sind auch die zu erwartenden Sanktionen gestaffelt nach gefahrenem Tempo.

Im folgenden finden Sie den aktuellen Bußgeldkatalog für 2018 für den Bereich Abstandsverstoß.

Bußgeldkatalog: Abstand

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotEinspruch?
Abstandsverstoß bei weniger als 80 km/h 25€» Einspruch prüfen
-mit Gefährdung 30€» Einspruch prüfen
-mit Sachbeschädigung 35€» Einspruch prüfen
Abstandsverstoß mit mehr als 80 km/h » Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 5/10 des halben Tachowertes 75€1» Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 4/10 des halben Tachowertes 100€1» Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 3/10 des halben Tachowertes 160€1» Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 2/10 des halben Tachowertes 240€1» Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 1/10 des halben Tachowertes 320€1» Einspruch prüfen
Abstandsverstoß mit mehr als 100 km/h » Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 5/10 des halben Tachowertes 75€1» Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 4/10 des halben Tachowertes 100€1» Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 3/10 des halben Tachowertes 160€21 Monat» Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 2/10 des halben Tachowertes 240€22 Monate» Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 1/10 des halben Tachowertes 320€23 Monate» Einspruch prüfen
Abstandverstoß mit mehr als 130 km/h » Einspruch prüfen
- Abstand weniger als 5/10 des halben Tachowertes 100€1» Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 4/10 des halben Tachowertes 180€1» Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 3/10 des halben Tachowertes 240€21 Monat» Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 2/10 des halben Tachowertes 320€22 Monate» Einspruch prüfen
-Abstand weniger als 1/10 des halben Tachowertes 400€23 Monate» Einspruch prüfen
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Abstand nicht eingehalten: was droht mir?

So bleiben bei bis zu 80 Km/h die Folgen für eine Unterschreitung des vorgeschriebenen Abstands mit 25 Euro noch überschaubar. Im Fall einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer erhöht sich das Bußgeld auf 30 Euro. Kommt es zum Unfall werden 35 Euro fällig.

Zwischen 80 und 100 Km/h wird bei Missachtung des Abstands grundsätzlich ein Punkt in das Fahreignungsregister eingetragen und Bußgelder zwischen 75 und 320 Euro verhängt. Die Höhe des Bußgelds richtet sich dabei nach der unterschrittenen Distanz zum vorausfahrenden Fahrzeug.

Bei mehr als 100 Km/h bleiben die Bußgelder in ihrer Höhe gleich, jedoch wird ab einer Unterschreitung von 1/3 oder mehr ein zweiter Punkt eingetragen und ein Fahrverbot zwischen einem und drei Monaten verhängt.

Mit einer Verschärfung der Sanktionen müssen Fahrer rechnen die bei über 130 Km/h die Abstandsregelungen missachten. So sind deutlich erhöhten Bußgeldern zwischen 100 und 400 Euro zu erwarten. Wird der Abstand mit weniger als einem drittel des Tachowerts unterschritten, werden grundsätzlich 2 Punkte und ein Fahrverbot zwischen einem und drei Monaten fällig.

Seitlicher Abstand: welche Vorschriften gelten?

Nicht nur auf vorrausfahrende Fahrzeuge gilt es den Abstand einzuhalten, auch für das Vorbeifahren und Überholen gelten bestimmte Regelungen. Gerade Radfahrer profitieren davon, denn was vielen Autofahrern nicht bewusst ist: ihr Fahrzeug kann eine aerodynamische Sogwirkung entwickeln, was besonders bei Radfahrern und Fußgängern zu einer erhöhten Gefährdung führt.

Daher gilt zu einspurigen Fahrzeugen ein seitlicher Mindestabstand von 1,5 Metern. Da dieser Effekt bei mehrspurigen Fahrzeugen kaum zu tragen kommt ist hier ein Abstand von mindestens 1 Meter ausreichend.
Besondere Vorsicht geboten ist bei wartenden Schul- und Linienbussen. Da Fahrgäste häufig unachtsam die Fahrbahn betreten kommt es hier zu einer besonderen Gefahrensituation. Dieser sollte mit einem minimalen Seitenabstand von 2 Metern Rechnung getragen werden.

Zu beachten ist zusätzlich, dass im Gesetzestext keine konkreten Werte benannt werden. Alle Werte zum seitlichen Abstand ergeben sich aus Urteilen zur Thematik. Das bedeutet gleichzeitig, dass hier vom Idealzustand der Strecke ausgegangen wird. Sollten die Gegebenheiten vor Ort es erfordern ist der entsprechende Abstand zu vergrößern.

Sonderfall LKW: was ist zu beachten?

Da LKWs durch ihre große Maße einen wesentlich längeren Bremsweg haben sieht der Gesetzgeber für diese Fahrzeuge gesonderte Abstandsregularien vor.

So wird bei über 50 Km/h ein Abstand von mindestens 50 Metern zum vorausfahrenden Fahrzeug gefordert. Wer diesen unterschreitet riskiert ein Bußgeld von 80 Euro und zusätzlich einen Punkt. Sofern Gefahrgut transportiert wird erhöht sich das Bußgeld dabei sogar auf 120 Euro.

Wichtig ist hier zu beachten, dass diese Vorschriften nicht nur für LKW sondern auch für Camper und Fahrzeuge mit Anhänger, sofern sie ein zulässiges Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen oder mehr haben.

Missachtung des Abstands: Folgen in der Probezeit

Da die Gefahren bei Nicht-Einhaltung des Abstands sehr groß sind und vor Allem jungen Fahrern noch nicht zugetraut wird in solchen Situationen das Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen zu bringen, ist auch mit Folgen für die Probezeit zu rechnen.

Dabei wird unterschieden zwischen Verstößen unter 80 Km/h und darüber. Bei über 80 Km/h liegt in jedem Fall ein Verstoß der Kategorie A vor, was die Verlängerung der Probezeit und die Teilnahme am Aufbauseminar zur Folge hat. Wurde der Verstoß bei unter 80 Km/h begangen drohen nicht zwangsläufig Probezeitmaßnahmen, da bis dahin ein Verstoß der Kategorie B vorliegt. In Zweifelsfällen sollte hier immer ein Anwalt konsultiert werden.

Drängler im Rückspiegel: wie verhalte ich mich?

Die Missachtung des Mindestabstands geschieht häufig ganz bewusst um das vorrausfahrende Fahrzeug zum Spurwechsel zu bewegen. Diese Situationen sind nicht nur ärgerlich, sondern stellen im Zweifelsfall sogar einen Straftatbestand (Nötigung) dar, insbesondere wenn dem Anliegen unter Einsatz von Lichthupe, Blinker und Hupe Nachdruck verliehen wird. Ob es sich um eine Nötigung handelt hängt im Einzelfall von verschiedenen Faktoren ab und wird von Richter und Staatsanwaltschaft bewertet.

Doch den lästigen Drängler einfach auszubremsen kann eine ebenso schlechte Idee sein. Zum einen ist die Unfallgefahr sehr hoch, zum anderen wird auch das Bremsen ohne triftigen Grund mit einem Bußgeld von 20 Euro belegt. Sollte es zum Unfall kommen werden sogar 30 Euro fällig.

Am ratsamsten ist daher den Drängler vorbei zu lassen und sich das Kennzeichen für eine eventuelle Anzeige bei der Polizei zu merken.

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