Selbst der größte PKW stößt irgendwann an seine Grenzen, wenn es um den Transport von Waren und Gütern geht. Für solche Fälle gibt es die Möglichkeit die Ladung mithilfe eines Anhängers zu erhöhen.

Doch aufgepasst! Hierfür gibt es unzählige Vorschriften und teilweise verwirrende Regeln. Welche Vorgaben sie beachten müssen, wie sie das zulässige Gewicht eines Anhängers bestimmen und ob sie vielleicht sogar einen zusätzlichen Führerschein brauchen erklären wir in diesem Artikel.

Im folgenden finden Sie den aktuellen Bußgeldkatalog für 2018 für den Bereich Geschwindigkeitsüberschreitung mit Anhänger.

Allgemeiner Bußgeldkatalog Anhänger

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotEinspruch?
Das Fahrzeug geführt, obwohl die Anhängerkupplung nicht den Vorschriften entsprach 25 €» Einspruch prüfen
Die Inbetriebnahme des Fahrzeugs angeordnet oder zugelassen, obwohl die Anhängerkupplung nicht den Vorschriften entsprach 35 €» Einspruch prüfen
Das Fahrzeug geführt, obwohl durch die mangelhafte Verbindung der Fahrzeugkombination die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wurde 135 €1» Einspruch prüfen
...mit Gefährdung 165 €1» Einspruch prüfen
...mit Unfall 200 €1» Einspruch prüfen
Den Anhänger ohne Unterlegkeile geführt 5 €» Einspruch prüfen
Anhänger ohne Zugfahrzeug länger als zwei Wochen geparkt 20 €» Einspruch prüfen
Termin zur Sicherheitsprüfung für Anhänger mit zulässiger Gesamtmasse von mehr als 10 t versäumt
...um bis zu zwei Monate 15 €» Einspruch prüfen
...um zwei bis vier Monate 25 €» Einspruch prüfen
...um vier bis acht Monate 60 €» Einspruch prüfen
...um mehr als acht Monate 75 €» Einspruch prüfen
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Mit Anhänger im Straßenverkehr: Welche Regelungen gibt es?

Grundsätzlich gilt für PKW ein zulässiges Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Fahrzeug und Anhänger dürfen zusammen diesen Wert nicht überschreiten. Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 750 Kg dürfen jedoch immer bewegt werden. Das bedeutet, dass im besten Fall ein Fahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen einen Anhänger mit zulässigem Gesamtgewicht von 750 Kg ziehen darf. Damit kommt das Gespann auf ein zulässiges Gesamtgewicht von 4250 Kg.

Für den Fall, dass der Anhänger mehr als 750 Kg zulässigem Gesamtgewicht hat ist eine Führerscheinerweiterung (B96) notwendig, wenn das Gespann bis zu 4250 Kg wiegt.

Für alles darüber ist mindestens die Führerscheinklasse BE erforderlich.
Doch auch wenn alle führerscheinrelevanten Voraussetzungen erfüllt sind bedeutet das noch nicht, dass das Gespann in seiner Form zulässig ist. Denn nicht jeder PKW ist zur Verwendung jedes Anhängers geeignet. Daher wird in den Fahrzeugpapieren eine genaue Anhängelast für gebremste und ungebremste Anhänger angegeben.

Dieser Wert ist jedoch letztlich nur bedingt maßgeblich, denn es ist durchaus möglich, dass die zulässige Anhängelast, das erlaubte Gesamtgewicht des Fahrzeugs überschreitet, daher gilt es hier genau zu prüfen. Bei Geländefahrzeugen und LKW darf diese das 1,5-fache des Gesamtgewichts nicht überschreiten, da diese Fahrzeuge meist von vornherein für die Benutzung mit Anhänger ausgelegt sind.

Hinweis

Für die Berechnung der Anhängelast ist nicht das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers maßgeblich, sondern das tatsächliche Gewicht (Leergewicht + Gewicht der Ladung).

Die Anhängelast gibt, wie bereits erwähnt, das maximale Gewicht an, welches von einem Fahrzeug gezogen werden darf. Da, vor Allem bei einachsigen Anhängern ein Teil des Gewichts nicht auf den Achsen des Anhängers, sondern auf der Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs liegen, darf dieses Gewicht (die sogenannte Stützlast) von der Anhängelast abgezogen werden, da diese Maße nicht auf der gezogenen Achse des Anhängers liegt. Die Stützlast ist dabei abhängig von der jeweiligen Ladungsverteilung (Ladung in Richtung des Fahrzeugs wirkt sich auf die Stützlast aus!)

Zu beachten ist hier allerdings, dass der Abzug der Stützlast nur für die Anhängelast des Zugfahrzeugs erfolgt. Das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers darf trotzdem nicht überschritten werden. Relevant ist dies vorwiegend in Fällen, in denen das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers die Anhängelast des Zugfahrzeugs überschreitet, da hier theoretisch die volle Anhängelast des Fahrzeugs ausgenutzt werden kann.

Selbst bei Leerfahrten sollte eine gewisse Stützlast vorhanden sein, die auf das Heck des Zugfahrzeugs wirkt. Dies dient vorwiegend der Kontrollierbarkeit des Gespanns und kommt dem Fahrverhalten zu gute. Der Gesetzgeber fordert hier mindestens 4% des tatsächlichen Gewichts des Anhängers.

Sind diese Vorgaben alle erfüllt muss nun noch die Achslast geprüft werden. Dies gilt sowohl für das Zugfahrzeug, als auch den Anhänger. Wie bereits erwähnt gibt es eine sogenannte Stützlast die auf die Hinterachse des Zugfahrzeugs wirkt. Diese muss ermittelt werden um zu prüfen ob die Hinterachse des Zugfahrzeugs für derartige Belastungen ausgelegt ist. Gleiches gilt für den Anhänger. Abhängig von der Verteilung der Ladung wirkt unterschiedliches Gewicht auf die Achsen des Anhängers.

Dabei kann das zulässige Gesamtgewicht eingehalten werden, aber trotzdem eine Überschreitung der Achslast vorliegen, wenn ein Großteil des Gewichts auf einer einzelnen Achse liegt.
In diesem Fall muss eine andere Verteilung der Ladung auf der Ladefläche vorgenommen werden. Vorsicht ist geboten bei Anhängern mit zwei Achsen die sehr nah beieinander liegen. Beträgt der Abstand zwischen beiden Radmittelpunkten nicht mindestens 1 Meter, werden diese als eine Achse angesehen.

Unabhängig von Gewicht und Führerscheinklasse ist die Höchstgeschwindigkeit von PKW mit Anhänger festgelegt. Sie liegt bei maximal 80 Km/h, kann jedoch unter bestimmten Voraussetzungen auf 100 Km/h heraufgesetzt werden. Dafür ist eine Begutachtung notwendig und die Erfüllung einiger Anforderungen, wie ABS im Zugfahrzeug, Reifen die jünger als 6 Jahre sind, die grundsätzliche Eignung des Anhängers für Geschwindigkeiten bis 100 Km/h usw.. Werden diese Vorgaben erfüllt kann eine 100 Km/h-Zulassung erfolgen. Kenntlich gemacht wird dies durch einen Aufkleber am Fahrzeugheck.

Fehlverhalten mit Anhänger: Welche Folgen drohen?

Sollten die Vorschriften bezüglich Anhängelast, Stützlast oder Gesamtgewicht missachtet werden, handelt es sich zumeist um eine Überladung. Diese wird mit Bußgeldern zwischen 10 und 235 Euro geahndet. Ab einer Überladung von 20% kommt ein Punkt hinzu. Besonders ärgerlich: Nicht nur den Fahrer erwartet diese Strafe, auch der Halter wird belangt.

Noch schärfere Sanktionen für die Überladung von Fahrzeugen gibt es bei LKW und Anhängern mit über 2 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Als Fahrer werden hier zwischen 30 und 380 Euro fällig, bzw. als Halter 35 bis 425 Euro. Hier kommt bereits ab einer Überladung von 5% ein Punkt hinzu, sowohl für den Fahrer als auch den Halter.

Wie bereits erwähnt spielt bei Gespannen auch die Stützlast eine nicht unerhebliche Rolle. Werden die gesetzlichen Vorgaben um bis zu 50% unter- oder überschritten wird eine Geldbuße von 25 Euro fällig. Liegt die Abweichung über 50% müssen sogar 60 Euro beglichen werden und ein Punkt in Flensburg wird vermerkt.

Da mit Anhängern im Regelfall Waren transportiert werden, sind diese auch entsprechend zu sichern. Keinesfalls darf die Ladung auf die Fahrbahn fallen. Wer diese nicht ausreichend gegen das Herunterfallen sichert riskiert 35 Euro Bußgeld. Kommt es dabei zur Gefährdung, weil bspw. ein nachfolgendes Fahrzeug abbremst, muss mit einem Punkt und 60 Euro Strafe gerechnet werden. Im Falle eines Unfalls erhöht sich das Bußgeld nochmals auf 75 Euro.

Auch die Abmaße des Gespanns spielen eine gewichtige Rolle. So darf keinesfalls eine Höhe von 4,2 Metern überschritten werden, ansonsten werden 60 Euro Geldbuße und ein Punkt fällig. Nicht vorschriftsmäßig herausragende Ladung wird mit 20 Euro Bußgeld sanktioniert.
Ebenfalls erheblich für den Anhängerbetrieb ist die Verbindung des Gespanns. Entspricht die Anhängerkupplung nicht den Vorschriften der StVO müssen 25 Euro Bußgeld beglichen werden. Wer die Inbetriebnahme eines solchen Gespanns toleriert oder gar anordnet riskiert sogar mit 35 Euro belangt zu werden.

Wer mit mangelhafter Anhängerkupplung unterwegs ist, so dass die Gefahr besteht den Anhänger während der Fahrt zu verlieren wird mit 135 Euro und einem Punkt bestraft. Kommt es dabei zur Gefährdung Anderer erhöht sich das Bußgeld auf 165 Euro und sollte es zum Unfall kommen werden dem Fahrer sogar 200 Euro berechnet.

Allgemein sind die Regelungen zum Fahren mit Anhänger recht komplex. Um Ärger mit der Polizei zu vermeiden, empfehlen wir, sich ausreichend Zeit vor Fahrtantritt zu nehmen und das Gespann auf seine Vorschriftsmäßigkeit zu überprüfen.

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