Keine Frage, wer schnell von A nach B kommen möchte nutzt, vor Allem bei weiteren Strecken, eine der unzähligen Autobahnen und Kraftfahrstraßen. Grade wo Deutschland eines der wenigen Länder weltweit ist in denen, zumindest theoretisch unbegrenzt schnell auf Autobahnen gefahren werden darf, sofern die Beschilderung nichts anderes ausweist.

Diese und weitere Besonderheiten werden wir im Beitrag näher beleuchten und zeigen mögliche Konsequenzen bei Fehlverhalten auf.

Im folgenden finden Sie den aktuellen Bußgeldkatalog für 2018 für den Bereich Falsch fahren auf der Autobahn.


Falsch fahren auf der Autobahn

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotEinspruch?
-bis 10 km/h 20 €» Einspruch prüfen
Rückwärts & entgegen der Fahrtrichtung fahren in Ein- oder Ausfahrt 75 €1» Einspruch prüfen
-mit Gefährdung 90 €1» Einspruch prüfen
-mit Verursachung eines Unfalls 110 €1» Einspruch prüfen
Wenden in Ein- oder Ausfahrt 75 €1» Einspruch prüfen
-mit Gefährdung 90 €1» Einspruch prüfen
-mit Verursachung eines Unfalls 110 €1» Einspruch prüfen
Wenden auf Nebenstraße oder Seitenstreifen 130 €1» Einspruch prüfen
-mit Gefährdung 160 €1» Einspruch prüfen
-mit Verursachung eines Unfalls 195 €1» Einspruch prüfen
Wenden auf der durchgehenden Fahrbahn 200 €21 Monat» Einspruch prüfen
-mit Gefährdung 240 €21 Monat» Einspruch prüfen
-mit Verursachung eines Unfalls 290 €21 Monat» Einspruch prüfen
Wenden im Tunnel 60 €1» Einspruch prüfen
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Auf der Autobahn halten und Parken

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotEinspruch?
Unzulässiges Halten auf der Kraftfahrstraße bzw. Autobahn 35 €» Einspruch prüfen
Unzulässiges Parken auf der Kraftfahrstraße bzw. Autobahn 70 €1» Einspruch prüfen
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Allgemeine Bußgelder

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotEinspruch?
Unzulässiges Halten auf der Kraftfahrstraße bzw. Autobahn 35 €» Einspruch prüfen
Seitenstreifen zum schnelleren Vorwärtskommen benutzen 75 €1» Einspruch prüfen
Nicht möglichst weit rechts fahren, obwohl dies möglich gewesen wäre, mit Gefährdung 80 €1» Einspruch prüfen
Autobahn / Kraftfahrstraße mit Fahrzeug befahren, dessen Höchst­geschwindigkeit 60 km/h oder weniger beträgt 20 €» Einspruch prüfen
Autobahn / Kraftfahrtstraße mit Fahrzeug befahren, dessen zulässige Höhe zusammen mit der Ladung überschritten ist (Gesamthöhe nicht mehr als 4,20 m) 20 €» Einspruch prüfen
Autobahn oder Kraftfahrstraße mit einem Fahrzeug benutzt, dessen Höhe zusammen mit der Ladung mehr als 4,20 m beträgt 70 €1» Einspruch prüfen
Ein- oder Ausfahren an unzulässigen Stellen 25 €» Einspruch prüfen
-mit Sachbeschädigung 35 €» Einspruch prüfen
Beim Einfahren Vorfahrt auf der durchgehenden Fahrbahn nicht beachten 75 €1» Einspruch prüfen
-mit Gefährdung anderer Verkehrs­teilnehmer 90 €1» Einspruch prüfen
-mit Verursachung eines Unfalls 110 €1» Einspruch prüfen
Als Fußänger Autobahn betreten oder Kraftfahrstraße an dafür nicht vorgesehener Stelle betreten 10 €» Einspruch prüfen
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Autobahn und Kraftfahrstraße: Wie verhalte ich mich?

Autobahnen und Kraftfahrstraßen unterscheiden sich baulich von normalen Straßen, damit wird den höheren Geschwindigkeiten eben dort Rechnung getragen. Neben baulichen Besonderheiten gelten für Autobahnen und Kraftfahrstraßen auch konkrete Bestimmungen die das Verhalten auf eben diesen regelt.

Generell gilt, dass sowohl Autobahnen als auch Kraftfahrstraßen nur mit Fahrzeugen befahren werden dürfen, deren Höchstgeschwindigkeit mindestens 60 Km/h beträgt. Damit sind Fahrräder, Roller und Mofas auf diesen Straßen tabu. Ebenfalls nicht betreten dürfen Fußgänger die Autobahn bzw. Kraftfahrstraße. Des Weiteren gilt ein Halteverbot, auch auf dem Seitenstreifen.

Absolut verboten und hochgefährlich ist sowohl das rückwärts Fahren als auch das Wenden auf diesen Straßen. Immer wieder thematisiert wird auch das Bilden einer Rettungsgasse. Sowohl auf Autobahnen als auch Kraftfahrstraßen muss im Falle eines Staus eine Gasse zwischen der linken und der rechts danebenliegenden Fahrspur gebildet werden um Polizei und Rettungskräften den Zugang zum Unfallort zu ermöglichen.

Grundsätzlich gibt es außerdem auf Autobahnen kein Tempolimit, sofern die Beschilderung nichts Anderes vorgibt. Auf Kraftfahrstraßen ist der Sachverhalt etwas komplexer. Prinzipiell liegt die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 100 Km/h. Ist die Strecke allerdings „autobahnähnlich“ ausgebaut, das bedeutet es müssen mindestens 2 Fahrspuren pro Richtung vorhanden sein und beide Fahrtrichtungen müssen baulich getrennt sein, zum Beispiel durch eine Leitplanke etc.

Ein weiterer Unterschied zwischen Autobahnen und Kraftfahrstraße ist die Tatsache, dass die Kraftfahrstraße auch von anderen Straßen auf gleichem Niveau gekreuzt werden kann.

Fehlverhalten auf Kraftfahrstraße und Autobahn: Was sind die Konsequenzen?

Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten und des damit einhergehenden Gefahrenpotentials, stehen auf grobe Verstöße empfindliche Strafen.

So wird beispielsweiße das Wenden auf einer Auf- bzw. Abfahrt mit 75 Euro und einem Punkt sanktioniert. Kommt es dabei zur Gefährdung Dritter oder gar zum Unfall werden sogar 90 bzw. 110 Euro Geldbuße verlangt.

Sollte es soweit kommen, dass ein Fahrer bereits auf der Autobahn einen Richtungswechsel vollzieht und damit Andere hochgradig gefährdet wird dieses Vergehen mit 200 Euro, zwei Punkten und einem einmonatigen Fahrverbot geahndet. Im Falle eines Unfalls oder der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer steigt die Geldbuße auf 290 bzw. 240 Euro.

Wer nun denkt, es sei eine bessere Idee die Fahrt entgegen der Fahrtrichtung auf dem Seitenstreifen fortzusetzen, der wird mit 130 Euro und einem Punkt belegt. Sollte dabei eine Gefährdung entstehen steigt der Betrag auf 160 Euro und im Falle eines Unfalls auf 195 Euro.

Auch wenn es manchmal verlockend scheint eine der Not-Auf- bzw. Abfahrten zu benutzen, sieht der Gesetzgeber derlei Verhalten nicht gern. Dem Fahrer droht in solchen Fällen eine Geldbuße von 25 Euro. Ähnlich verhält es sich mit Fußgängern oder Radfahrer die eine Autobahn oder Kraftfahrstraße betreten. Hier werden 10 Euro Geldbuße fällig. Wer dies mit einem motorisierten Fahrzeug mit zu niedriger Höchstgeschwindigkeit (60 Km/h) tut wird sogar mit 20 Euro belangt.

Selbst wer bis dahin alles richtig gemacht hat, riskiert beim Auffahren ein Bußgeld von 75 Euro und einen Punkt, wenn er den Vorrang des Verkehrs auf der Autobahn nicht beachtet. Bei einer Gefährdung steigt dieser Betrag nochmals auf 90 Euro und im Falle eines Unfalls werden dem Fahrer 110 Euro Geldstrafe berechnet.

Eines der Vergehen welches am häufigsten zu beobachten ist, ist die Missachtung des Rechtsfahrgebots. Hierfür berechnet die Bußgeldstelle 80 Euro und ein Punkt wird eingetragen. Wird dadurch ein Unfall verursacht steigt die Geldstrafe sogar auf 100 Euro.

Wie bereits angesprochen erfährt die Thematik der Rettungsgasse aktuell eine große Prominenz. Wenig verwunderlich daher, dass die Strafen darauf sehr drastisch sind. So stehen auf das Missachten der Rettungsgasse 200 Euro Bußgeld und 2 Punkte in Flensburg. Bei Unfall, Gefährdung oder Behinderung Anderer erhöht sich die Geldstrafe auf bis zu 320 Euro und ein Monat Fahrverbot wird zusätzlich verhängt.

Sonderfall LKW: Besonderheiten bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen

Für die Mehrheit der Fahrzeuge gilt auf der Autobahn eine Richtgeschwindigkeit von 130 Km/h, wenn kein Verkehrsschild etwas anderes besagt. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, wozu LKWs, Busse und PKW mit Anhänger zählen, dürfen im Regelfall nur zwischen 80 und 100 Km/h schnell unterwegs sein.

Bis 7,5 Tonnen gilt eine Geschwindigkeit von 80 Km/h sowohl auf Kraftfahrstraßen, als auch auf der Autobahn. Über 7,5 Tonnen muss auf Kraftfahrstraßen das Tempo auf maximal 60 Km/h reduziert werden. Auf Autobahnen darf weiterhin mit 80 Km/h gefahren werden.

Für PKW mit Anhänger (Gespann) gelten normalerweise 80 Km/h außerhalb geschlossener Ortschaften. Jedoch kann eine Zulassung für 100 Km/h erworben werden. Dafür müssen Anhänger und Fahrzeug begutachtet werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann dann eine 100 Km/h-Zulassung erteilt werden, welche durch einen runden Aufkleber am Heck des Anhängers kenntlich gemacht wird.

Ebenfalls können Omnibusse eine Zulassung für 100 Km/h beantragen. Wie beim Anhänger müssen hierfür verschiedene Voraussetzungen hinsichtlich technischer Ausstattung und Anbauteile erfüllt sein. Wie beim Anhänger wird diese erhöhte Geschwindigkeit mit einem Aufkleber am Fahrzeugheck angezeigt.

Fehlverhalten in der Probezeit: Womit muss ich rechnen?

Da auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen höhere Geschwindigkeit als im übrigen Verkehr gefahren werden, wird hier eine besonders hohe Aufmerksamkeit, vor Allem von Führerscheinneulingen erwartet. Deshalb wird auch ein Großteil der Vergehen auf diesen Straßen als A-Verstoß gewertet. Beispielsweise führt bereits das Rechts-Überholen zu Probezeitmaßnahmen.

Selbst wenn kein A-Verstoß vorliegt, kann zumindest ein B-Verstoß begangen worden sein. Das ist z.B. dann der Fall, wenn auf der Autobahn unzulässig gehalten wird. Und auch wenn weder ein A- noch B-Verstoß vorliegt kann es zu Probezeitmaßnahmen kommen. Denn bei Vergehen mit Bußgeldern über 60 Euro wird automatisch die Probezeit um 2 Jahre verlängert. Immerhin muss dann nicht zwangsläufig ein Aufbauseminar besucht werden.

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