Über 40.000 Bahnübergänge gibt es in Deutschland, doch leider kennen die wenigstens Verkehrsteilnehmer die genauen Regeln für das Verhalten am Bahnübergang. Fehler sind hier fatal und führen nicht selten zu schrecklichen Unfällen – häufig mit Toten und Verletzten.

Im folgenden finden Sie den aktuellen Bußgeldkatalog für 2018 für den Bereich Bahnübergang.

Bußgeldkatalog Bahnübergang

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotEinspruch?
Fahren mit hoher, nicht angepasster Geschwindigkeit trotz angekündigter Gefahrenstelle, z.B. einer Baustelle 100 €1» Einspruch prüfen
In Baustellen von rechts überholt » Einspruch prüfen
-innerorts 30 €» Einspruch prüfen
-innerorts mit Sachbeschädigung 35 €» Einspruch prüfen
-außerorts 100 €1» Einspruch prüfen
-außerorts mit Gefährdung anderer 120 €1» Einspruch prüfen
-außerorts mit Sachbeschädigung 145 €1» Einspruch prüfen
Wie hilfreich ist diese Information? 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 5,00 von 5 Sternen (1 Bewertungen)
Loading...

Halten am Bahnübergang: Was ist zu beachten?

Um dies zu verhindern sieht die Straßenverkehrsordnung strenge Regularien für das Verhalten am Bahnübergang vor. Die Sanktionen für Fehlverhalten sind dabei zum Teil äußerst schmerzlich.
Da es jedoch unzählige Formen von Bahnübergängen und zugehörigen Signalanlagen gibt, sind die Vorschriften nicht immer präsent. Daher haben wir noch Einmal die wichtigsten Aspekte zum Thema Bahnübergang zusammengefasst:

Beschrankung:
Grundsätzlich lässt sich zwischen zwei Arten von Bahnübergang unterscheiden; zum einen der gesicherte Bahnübergang, der mit einem dreieckigen Schild mit rotem Rahmen und einer Schiene als Symbol gekennzeichnet wird. Zum anderen den ungesicherten Bahnübergang, der natürlich nicht gänzlich ungesichert ist, aber zumindest ohne Schranken auskommt. Dieser wird ebenfalls durch ein dreieckiges Schild mit rotem Rand angekündigt, welches als Symbol einen Zug zeigt.

Beschilderung:
Das häufigste Verkehrszeichen am Bahnübergang ist das sogenannte „Andreaskreuz“, ein Kreuz aus zwei rot-weiß gestreiften Balken. Sollte eine Blinklichtanlage, Ampel, akustische Signalanlage oder ein Bahnbediensteter dazu auffordern, oder nähert sich ein Schienenfahrzeug dem Übergang ist unbedingt vor dem Andreaskreuz anzuhalten.

Häufig finden sich vor einem Bahnübergang gestreifte Baken am rechten Fahrbahnrand, welche die Entfernung zu diesem angeben. Im Regelfall steht ein roter Balken für 80 Meter Entfernung, damit gibt eine Bake mit drei roten Streifen eine Entfernung von 240 Metern zum Übergang an.

Signalanlagen:
An Bahnübergängen findet sich häufig eine Signalanlage um Verkehrsteilnehmer zusätzlich vor dem herannahenden Zug zu warnen. Zum einen kann ein rotes Blinklicht auf den Übergang aufmerksam machen, zum anderen gibt es Ampelanlagen, welche gelbe und rote Signale anzeigen. Beide Varianten sind für alle Verkehrsteilnehmer bindend und fordern umgehend zum Halten vor dem Bahnübergang auf.

Sollte sich auf dem Lichtzeichen ein Pfeil befinden, so gilt dies nur für die ausgewiesene Richtung. Erst mit dem Erlöschen des Signals ist die Strecke wieder freigegeben.

Schranken:
Zusätzlich zur Beschilderung und den Signalanlagen verfügen viele Bahnübergänge über eine oder mehrere Schranken. Dabei gibt es sogenannte Vollschranken und Halbschranken, welche immer mit roten und weißen Streifen bzw. einer Reflektorfolie gekennzeichnet werden.

Bei Strecken mit geringem Verkehraufkommen und regelmäßiger Kreuzung des Schienenverkehrs können außerdem sogenannte Anrufschranken aufgestellt sein. Diese werden manuell durch einen Bahnmitarbeiter, auf Zuruf über eine vor Ort installierte Sprechanlage, geöffnet. Generell gilt, dass Schranken erst nach vollständiger Öffnung überquert werden dürfen. Außerdem gibt kann ein Bahnübergang auch durch einen Bahnbediensteten „beschrankt“ sein, in diesem Fall ist seinen Aufforderungen Folge zu leisten.

Fehlverhalten im Zusammenhang mit Schienenverkehr: Was kommt auf mich zu?

An Bahnübergängen gelten aufgrund der erhöhten Gefährdung besondere Vorschriften. Generell gilt: Schienenverkehr hat grundsätzlich Vorrang vor dem Straßenverkehr. Dies gilt nicht nur mit dem Auto, sondern auch wenn sie als Fußgänger oder Radfahrer unterwegs sind. Weiterhin gilt an Bahnübergängen ein generelles Überholverbot.

Missachtet man diese Vorschriften drohen empfindliche Strafen. Beispielsweiße wird die Nicht-Beachtung der Vorfahrt für den Schienenverkehr mit 80 Euro und einem Punkt geahndet. Kommt es dabei zur Gefährdung oder zum Unfall erhöht sich das Bußgeld auf 100 bzw. 120 Euro.

Ebenfalls mit 80 Euro und einem Punkt wird auch der bestraft, der die Wartepflicht am ungesicherten Bahnübergang missachtet. Ist der Übergang zusätzlich durch Schranken, Lichtanlagen oder einen Bahnbediensteten gesichert erhöht sich das Bußgeld auf 240 Euro. Zusätzlich wird ein Monat Fahrverbot angeordnet und ein Punkt ins Flensburger Fahreignungsregister eingetragen.

Besonders hart fallen die Sanktionen aus, wenn ein beschrankter Bahnübergang trotz geschlossener Schranke überquert wird. Ein sattes Bußgeld von 700 Euro und zwei Punkte in Flensburg werden fällig. Zusätzlich muss 3 Monate auf den Führerschein verzichtet werden.
Auch Radfahrer, die bei geschlossener Schranke die Schiene queren, müssen mit einer empfindlichen Strafe von 350 Euro rechnen. Ein Fahrverbot oder Punkte entfallen allerdings.

An Bahnübergängen ist die Geschwindigkeit zu reduzieren und eine erhöhte Bremsbereitschaft wird gefordert. Wer dies missachtet und mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Schienenkreuzung zufährt riskiert ein Bußgeld von 100 Euro und die Eintragung eines Punktes ins Fahreignungsregister.

Das grundsätzliche Überholverbot sollte im Sinne des Geldbeutels ebenfalls beachtet werden. Hierfür berechnet die Bußgeldstelle 70 Euro. Sollte eine Gefährdung Anderer vorliegen erhöht sich dieses auf 85 Euro und im Falle eines Unfalls werden sogar 105 Euro fällig.

Am Bahnübergang in der Probezeit: Was passiert bei Fehlverhalten

Die Regelungen am Bahnübergängen können auch erfahrene Fahrer verwirren. Umso mehr Vorsicht ist Fahranfängern in der Probezeit geboten. Denn fast alle Verfehlungen an Bahnübergängen werden als A-Verstoß bewertet. Daher ist besonders Fahrern die sich noch in der Probezeit befinden eine besonders besonene Fahrweise im Umfeld von Bahnübergängen anzuraten.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.